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Bisherige Angebote

Themen aus dem bisherigen Kursprogramm und dem Schmerzpsychologischen Kolloquium der DGPSF-Akademie. Aktuelle Termine finden Sie im Programm.

Basiskurse Vertiefungskurse Kolloquien

Basiskurse

Bisheriges Angebot

Therapie verbessern durch gelungene Schmerzedukation

Referentin / Referent: Bernd Kappis

Biopsychosoziales Störungsmodell, edukative Inhalte und Methoden der Vermittlung.

Inhalt und Kurzbiografie

Der Kurs behandelte die Vermittlung neurobiologischer und biopsychosozialer Zusammenhänge von Schmerzen. Im Mittelpunkt standen das gemeinsame Erarbeiten eines individuellen Störungsmodells mit Patient:innen sowie die Entwicklung aktiver Bewältigungsstrategien. Edukative Methoden wurden anhand von Beispielen diskutiert und praktisch eingeübt.

Porträt von Bernd Kappis

Bernd Kappis

Bernd Kappis ist Psychologischer Psychotherapeut mit verhaltenstherapeutischer Ausrichtung und Zusatzqualifikation Spezielle Schmerzpsychotherapie. Seine Tätigkeit verbindet klinische und wissenschaftliche Arbeit mit Lehre, Supervision und Patienteninformation.

Bisheriges Angebot

Schmerz-Edukation für Kinder und Jugendliche: interaktiv, verständlich, praxisnah

Referentin / Referent: Lea Höfel

Altersangemessene Schmerzedukation unter Berücksichtigung der familiären und schulischen Lebenswelt.

Inhalt und Kurzbiografie

Gegenstand waren biologische, psychologische und soziale Aspekte chronischer Schmerzen im Kindes- und Jugendalter. Der Kurs stellte altersangemessene Zugänge zu Diagnostik, Edukation und Behandlungsplanung vor. Bildhafte Materialien, spielerische Elemente und die Einbindung der Eltern und des schulischen Umfelds gehörten zu den inhaltlichen Schwerpunkten.

Porträt von Lea Höfel

Lea Höfel

Lea Höfel ist Diplom-Psychologin. Ihre klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Schmerz- und Fatigue-Therapie bei Kindern und Jugendlichen sowie in der Vermittlung des biopsychosozialen Krankheitsmodells unter Einbezug der Eltern.

Bisheriges Angebot

Gruppentherapie: Grundlagen kennen, Schwierigkeiten meistern

Referentin / Referent: Tobias Fehlinger

Rahmenbedingungen, Wirkfaktoren, Gruppenleitung und der Umgang mit schwierigen Gruppensituationen.

Inhalt und Kurzbiografie

Der Kurs gab Orientierung bei Planung und Durchführung gruppentherapeutischer Angebote in der Schmerztherapie. Auf Grundlagen, Rahmenbedingungen und Gruppenkonzepte folgte die Auseinandersetzung mit Kompetenzen der Gruppenleitung und herausfordernden Situationen. Die Perspektive war vorwiegend verhaltenstherapeutisch; das Angebot stand auch interessierten Angehörigen anderer Berufsgruppen offen.

Porträt von Tobias Fehlinger

Tobias Fehlinger

Tobias Fehlinger ist Psychologischer Psychotherapeut und Spezieller Schmerzpsychotherapeut. Zu seinen Tätigkeiten gehören Lehre, Supervision und Selbsterfahrung in der Psychotherapieausbildung sowie in der SSPT-Fort-/Weiterbildung.

Vertiefungskurse SSPT

Bisheriges Angebot

ACT bei chronischem Schmerz: Wertegeleitet leben, psychische Flexibilität stärken

Referentin / Referent: Gideon Franck

Kernprozesse der Akzeptanz- und Commitment-Therapie und ihre Anwendung in der Schmerzpsychotherapie.

Inhalt und Kurzbiografie

Inhalte waren die sechs Kernprozesse der ACT: Akzeptanz, kognitive Defusion, Gegenwartsorientierung, Selbst-als-Kontext, Werteklärung und engagiertes Handeln. Der Kurs bezog diese auf schmerzbezogene Vermeidung, Katastrophisieren und enttäuschte Erwartungen. Metaphern, Achtsamkeitsübungen und weitere Interventionen wurden praktisch erprobt.

Porträt von Gideon Franck

Gideon Franck

Gideon Franck ist Psychologischer Psychotherapeut und Spezieller Schmerzpsychotherapeut. Seine Arbeit befasst sich seit vielen Jahren mit der Anwendung der ACT bei chronischen Schmerzen. Er ist auch in Lehre und Supervision tätig.

Bisheriges Angebot

Selbstmitgefühl: ein wärmendes Feuer in stürmischen Zeiten

Referentin / Referent: Anna-Lena Guth

Achtsamkeit, Selbstfreundlichkeit und gemeinsame Menschlichkeit in der schmerzpsychotherapeutischen Arbeit.

Inhalt und Kurzbiografie

Anhand von Fallbeispielen und Übungen wurden drei Aspekte von Selbstmitgefühl behandelt: Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Erleben, eine selbstfreundliche Haltung und das Verständnis von Leid als gemeinsamer menschlicher Erfahrung. Weitere Themen waren Validierung, Selbststigmatisierung, Modusarbeit und der Einsatz von Metaphern in der Schmerzpsychotherapie.

Porträt von Anna-Lena Guth

Anna-Lena Guth

Anna-Lena Guth ist Psychologische Psychotherapeutin und Spezielle Schmerzpsychotherapeutin. Ihr Schwerpunkt liegt auf Kopf- und Gesichtsschmerzen sowie der interdisziplinären Behandlung. Sie ist zudem in Lehre, Supervision und Begutachtung tätig.

Bisheriges Angebot

Einsatz von Hypnose und Hypnotherapie bei chronischen Schmerzen

Referentin / Referent: Katrin Breitbach

Grundlagen der Hypnose, Trancephänomene sowie Indikationen und schmerzbezogene Interventionen.

Inhalt und Kurzbiografie

Die aufeinander aufbauenden Workshops stellten zunächst Grundlagen der Hypnose und Trancearbeit vor. Dazu gehörten neurobiologische Aspekte, Trancephänomene sowie Indikationen und Kontraindikationen. Darauf aufbauend wurden Interventionen für die Arbeit mit Menschen mit chronischen Schmerzen entwickelt und demonstriert. Hypnose-Vorkenntnisse wurden nicht vorausgesetzt.

Porträt von Katrin Breitbach

Katrin Breitbach

Katrin Breitbach ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit Ausbildung in ärztlicher Hypnose und Hypnotherapie. Sie ist in klinischer Arbeit, Lehre und der Veröffentlichung von Fachbüchern zur Hypnose tätig.

Schmerzpsychologische Kolloquien

24.06.2026 · Online

Chronische Schmerzen sind biopsychosozial – wissen Kinder, Jugendliche und Erwachsene das?

Referentin / Referent: Prof. Dr. Tanja Hechler, Universität Münster

Abstract und Kurzbiografie

Abstract

Das biopsychosoziale Modell gilt heute als evidenzbasierte Grundlage zur Erklärung der Entstehung und Aufrechterhaltung von chronischen (primären) Schmerzen. Inwieweit Kinder, Jugendliche und Erwachsene jedoch entsprechendes „biopsychosoziales Wissen“ haben, ist bis dato weitestgehend unbekannt. Schmerzkonzepte, also das Wissen und Verständnis von Betroffenen, was Schmerz ist, welche Funktion Schmerz hat und welche Prozesse zu Schmerz führen, werden in der Forschung als modulierende Faktoren für die Therapie-Compliance und den Outcome diskutiert. Aktuelle Befunde zeigen, dass ein biologisches Schmerzkonzept („es liegt eine körperliche Ursache der Schmerzen vor“) mit dem Wunsch nach einer medizinischen Behandlung einhergeht, die nicht dem evidenzbasierten Ansatz einer multimodalen Therapie für chronische (primäre) Schmerzen entspricht. Edukationen, wie die Psychoedukation oder „Pain science education“ gelten als therapeutische Methoden, um das konzeptuelle Wissen von Betroffenen zu thematisieren und ggf. Misskonzepte zu verändern. Die individualisierte Anpassung von Edukationen basierend auf den biopsychosozialen Schmerzkonzepten der Betroffenen könnte eine zukunftsweisende Forschungsrichtung sein. Allerdings sind biopsychosoziale Schmerzkonzepte von Betroffenen bisher wenig erforscht, nicht zuletzt aufgrund fehlender Messmethoden.

Im Vortrag wird daher eine neue Messmethode, die Biopsychosoziale Schmerzkonzept-Matrix (BiPS Matrix), in ihrer Entwicklung vorgestellt und erste Befunde an Kindern und Erwachsenen präsentiert. Die theoretische Fundierung der BiPS Matrix liegt dabei neben dem biopsychosozialen Modell im Common-Sense Model of Self-Regulation (CSM), welches fünf Dimensionen annimmt, wie Schmerz internal repräsentiert sein kann: (1) Art der Erkrankung, (2) Annahmen zur Ursache, (3) Konsequenzen, (4) zeitlicher Krankheitsverlauf und (5) Möglichkeiten der Kontrolle/Behandlung. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder und Jugendliche sich in ihren biopsychosozialen Schmerzkonzepten unterscheiden, und dass insbesondere soziale Faktoren (wie die Erkrankung eines Elternteils) mit der Ausprägung assoziiert sind. Erste Untersuchungen an Erwachsenen anhand der Methode der Latent profile analysis zeigen fünf distinkte Profile auf, die sich in ihren Ausprägungen von biologischen, psychologischen und sozialem Wissen unterscheiden.

Diese Untersuchungen liefern wichtige erste Hinweise zur Erfassung und zum Verständnis von biopsychosozialen Schmerzkonzepten und mittelfristig zur Möglichkeit, individualisierte (Psycho-)Edukationen auf der Basis bestehender Schmerzkonzepte anzubieten. Die Ergebnisse sowie deren Transfer in die Therapie sollen im Kolloquium gemeinsam diskutiert werden.

Die Moderation übernehmen Catherina Lenhof und Linda Wickering (Universität Trier).

Porträt von Tanja Hechler

Kurzbiografie

Dozentin: Prof. Dr. Tanja Hechler, Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Institut für Psychologie, Fachbereich 07, Universität Münster

Tanja Hechler ist Universitätsprofessorin (W3) für Klinische Psychologie des Kindes- und Jugendalters an der Universität Münster. Ihr obliegt neben der Leitung der Arbeitseinheit die wissenschaftliche Leitung der Psychotherapieambulanz für Kinder und Jugendliche (PTA KiJu). Die Arbeitseinheit und die PTA KiJu stehen für eine moderne und innovative Psychotherapie und -prozessforschung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen. Darunter fallen Forschungsprojekte zu neuen störungsübergreifenden Therapieansätzen, zur Integration der alltäglichen Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Psychotherapie, und zur Berücksichtigung von körperlichen Prozessen und deren Wahrnehmung (Interozeption). Darüber hinaus verfolgt Frau Hechler im Rahmen des Masterstudiengangs Psychologie: Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie (M.Sc. KliPPt, www.uni-muenster.de/Psychologie/interesse/mscklin.html) den Ansatz des Forschenden Lehrens und Lernens mit einem Fokus auf Forschung zur Kompetenzvermittlung von zukünftigen Psychotherapeut*innen. Ihre Forschung und Therapieansätze sind problemübergreifend (transdiagnostisch) ausgerichtet. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich der internalisierenden Störungen und deren Komorbidität, u.a. zwischen emotionalen Störungen und chronischen (primären) Schmerzen.

Website der Arbeitseinheit:
https://www.uni-muenster.de/PsyIFP/AEHechler/team/hechler.shtml

Website der Psychotherapieambulanz für Kinder und Jugendliche der Universität Münster:
https://www.uni-muenster.de/Psychologie.ptakiju/index.html

28.01.2026 · 18:00 bis 19:30 Uhr · Online

Die Faszination der Placeboeffekte - Klinische Bedeutung und Anwendung für eine verbesserte Schmerztherapie

Referentin / Referent: PD Dr. Regine Klinger

Moderation: Prof. Dr. Michael Hüppe

Abstract und Kurzbiografie

Abstract

Placeboeffecte ausgelöst durch positive Behandlungserwartungen verbessern die Ergebnisse von Schmerzbehandlungen deutlich. Ziel des Kolloquiums ist es, herauszuarbeiten, wie Placeboeffekte entstehen, wie ein positives Erwartungsmanagement angemessen gestaltet werden kann und welche klinische Belege vorhanden sind.

Die Teilnehmer:innen sind nach dem Kolloquium in der Lage, drei verschiedene Aspekte zu verstehen und zusammenzuführen: (a) Analyse der wichtigsten psychologischen Strategien zum Aufbau von Erwartungen und körperlichen Placebo-bezogenen Veränderungen; (b) empirische Belege für signifikante Placebo-Analgesie-Effekte aufgrund von Behandlungserwartungen und (c) Implikationen für die klinische Praxis.

Porträt von Regine Klinger

Kurzbiografie

PD Dr. Regine Klinger
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Regine Klinger ist Verhaltenstherapeutin mit Schwerpunkten chronische Schmerzen.

Nach Diplom an der Universität Trier wirkte sie an dem Aufbau der Schmerzambulanz an der Universitätsklinik zu Lübeck, der multimodalen Schmerzstation der Medizinisch Psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt, der Schmerzambulanz der Universität Hamburg mit und ist seit 2015 psychologische Leiterin der Ambulanz und Tagesklinik, Bereich Schmerzmedizin und Schmerzpsychologie der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf.

Sie promovierte und habilitierte an der Universität Hamburg. Sie ist seit 2011 Studienleiterin DFG-geförderter Forschungsprojekte zu Themen der psychologische Einflussfaktoren des Schmerzerlebens, seit 2020 forscht sie im SFB – TRR 289– Project-ID 422744262 zum Thema “Treatment expectation: the impact of expectation on health outcome”.

Die Nutzung von Placeboeffekten und positive Beeinflussung von Behandlungserwartungen ist ihr ein wichtiges Anliegen, da hiermit entscheidend zu einer verbesserten Schmerztherapie beigetragen werden kann.

12.11.2025 · 18:00 bis 19:30 Uhr · Online

Veränderungsmotivation bei Schmerz-Embodiment als Weg aus der Absichtslosigkeit

Referentin / Referent: PD Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Ulrike Kaiser, UKSH Campus Lübeck

Moderation: Lena Mause, M.Sc., Berlin

Abstract und Kurzbiografien

Abstract

Körperbezogene Wahrnehmungs- und Bewegungsmuster können die Motivation zur Verhaltensänderung bei chronischem Schmerz fördern. Nach Einführung in zentrale Embodiment-Modelle wird erläutert, warum viele Patient:innen in einer „Intention-Starre“ verharren: Schmerz wird als unkontrollierbar internalisiert, Handlungsimpulse blockiert und Resignation begünstigt. Um dieser Absichtslosigkeit zu begegnen, setzen wir Embodiment-Interventionen als „Brücke“ zur Veränderungsbereitschaft ein.

Fallbeispiele zeigen, wie somatisch-psychologische Techniken im Körpererleben Orientierungspunkte schaffen und Ressourcen für neue Handlungsideen aufzeigen. Im Zusammenspiel mit Achtsamkeit für Körpersignale und Selbstwahrnehmung unterstützen Methoden des Motivational Interviewing bereits in der ersten Therapiephase bei der Exploration von Ambivalenzen, der narrativen Verankerung von Selbstverpflichtung und der Nutzung von Widerständen als Impulsgeber für kreative Lösungsräume.

Porträt von Ulrike Kaiser

Kurzbiografie Ulrike Kaiser

PD Dr. Ulrike Kaiser ist leitende Schmerzpsychologin an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Sie habilitierte im Fach Schmerztherapie und leitet das dortige Studienzentrum. Ihre klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der psychologischen Schmerztherapie sowie in der patientenorientierten Ergebnisforschung. Frau Kaiser ist Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und -Forschung (DGPSF) und engagiert sich aktiv in diversen Projekten für die Weiterentwicklung evidenzbasierter, interdisziplinärer Schmerzmedizin.

Porträt von Lena Mause

Kurzbiografie Lena Mause (Moderation)

Lena Mause ist Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) mit Zusatzqualifikation in Spezieller Schmerzpsychotherapie.

Seit 2013 behandelt sie Menschen mit chronischen Schmerzen im interdisziplinären Team. Seit 2023 arbeitet sie sowohl (teil-)stationär in der IMST des Sana Klinikums Berlin-Lichtenberg sowie ambulant in eigener Praxis.

Neben ihrer klinischen Tätigkeit ist Lena Mause als Dozentin und Supervisorin in der Psychotherapieausbildung aktiv. Sie ist Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und -Forschung (DGPSF) und engagiert sich dort wie auch in der Deutschen Schmerzgesellschaft in der Nachwuchsförderung und in den Arbeitskreisen „Patienteninformation“.

18.06.2025 · 18:00 bis 19:30 Uhr · Online

Nozizeption, Gehirn und Schmerz: Neurobiologie und Schmerztherapie

Referentin / Referent: Dr. rer. nat. Paul Nilges, Dipl. Psych.

Moderation: Dr. Anke Diezemann-Prößdorf

Abstract und Kurzbiografie

Abstract

Phänomene wie Bewertungen, Erwartungen sowie Placebo- und Nocebo-Effekte beruhen auf messbaren neurobiologischen Mechanismen und sind nicht lediglich abstrakte psychologische Konstrukte. Die enge Verbindung zwischen Gehirnaktivität und subjektiven Erfahrungen unterstreicht die Bedeutung des biopsychosozialen Ansatzes in der Schmerztherapie.

Bemerkenswert ist dabei, dass unser Gehirn nicht passiv auf Reize reagiert, sondern kontinuierlich auf der Grundlage früherer Erfahrungen Vorhersagen trifft und mit der aktuellen Realität abgleicht. Schmerz entsteht demnach aus dem Abgleich innerer Signale mit individuellen und variablen Einflussfaktoren, was zu ständigen neuroplastischen Veränderungen führt. Der Vortrag bietet einen umfassenden Überblick über diese Zusammenhänge und deren therapeutische Konsequenzen.

Porträt von Paul Nilges

Kurzbiografie

Dr. rer. nat. Paul Nilges, Dipl. Psych.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Studium der Psychologie und Mitarbeit in EEG-Forschungsprojekten JoGu-Universität Mainz. Psych. Psychotherapeut am DRK-Schmerz-Zentrum Mainz, im Interdisziplinären Team Behandlung von Patient*innen, gleichzeitig klinische Forschung und Entwicklung diagnostischer Verfahren. Schmerzpsychotherapeutische Ausbildung von Psychotherapeut*innen, Dozent in Weiter- und Fortbildungen verschiedener Gesundheitsberufe.

Besondere Interessen: soziale und iatrogene Faktoren der Chronifizierung, neurobiologische Prozesse bei akutem und chronischem Schmerz.

29.01.2025 · 18:00 bis 19:30 Uhr · Online

Interkulturalität in der psychologischen Schmerztherapie – Hintergründe, Herausforderungen und Hilfestellungen

Referentin / Referent: Dipl.-Psych. Dr. phil. Monika Weiß

Moderation: Dipl.-Psych. Dr. Jule Frettlöh

Abstract und Kurzbiografie

Abstract

Der Vortrag gibt einen Einblick über Formen und Motive der Migration. Wir betrachten das Spannungsfeld von Integration und Bewahren der kulturellen Wurzeln unserer Patienten, Unterschiede der Kommunikationsstile in verschiedenen Gesellschaftsformen und die Rolle von Patient, Krankheit und Heiler. Anhand von praktischen Beispielen werden Besonderheiten der Interaktion im therapeutischen Kontext und bei Einbindung von Dolmetschern dargestellt.

In einem Exkurs werden Aspekte des Körperbildes im Islam erörtert.

An die theoretische Einführung mit Überleitung in die psychotherapeutische Praxis der Behandlung von Schmerzpatienten mit Migrationshintergrund schließt sich die Gelegenheit für Fragen an die Referentin und zum Austausch zur Interkulturalität in der Psychotherapie an.

Porträt von Monika Weiß

Kurzbiografie

Dipl.-Psych. Dr. phil. Monika Weiß
BG Klinik Ludwigshafen

Monika Weiß ist Verhaltenstherapeutin mit Schwerpunkten chronische Schmerzen und Traumafolgestörungen. Nach Diplom und Promotion in der Schmerzambulanz des UK Mannheim arbeitete sie als klinische Psychologin am DRK Schmerz-Zentrum Mainz. Seit 20 Jahren ist ihr Arbeitsschwerpunkt die stationäre und ambulante Behandlung von Patienten der Gesetzlichen Unfallversicherung.

Das Thema Interkulturalität ist regelhafter Teil ihres Arbeitsalltags an einer Unfallklinik und die Förderung eines besseren Verständnisses und Miteinanders in der Psychotherapie von Patienten mit Migrationshintergrund ein besonderes Anliegen.

27.11.2024 · 18:00 bis 19:30 Uhr · Online

Endlich bio-psycho-sozial! Chronische Schmerzen in der ICD-11 – Was muss ich wissen?

Referentin / Referent: Prof. Dr. Antonia Barke, Dipl. Psych.

Moderation: PD Dr. Ulrike Kaiser

Abstract und Kurzbiografie

Abstract

Zum ersten Mal enthält die ICD-11 ein eigenes Kapitel, in dem chronische Schmerzen systematisiert sind. Alle Diagnosen in diesem Kapitel sind einheitlich als biopsychosozial konzipiert. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Struktur des Kapitels und die wichtigsten Diagnosen. Nach der Vorstellung der Klassifikation haben Sie Gelegenheit für Fragen an die Referentin und zur Diskussion der Chancen und Herausforderungen der Klassifikation für unsere Arbeit.

Nach dem formellen Teil der Veranstaltung sind Sie herzlich eingeladen, den persönlichen Austausch in einer virtuellen Bar fortzusetzen. Auf diese Weise möchten wir Ihnen die Möglichkeit zur weiteren Begegnung und Vernetzung bieten.

Porträt von Antonia Barke

Kurzbiografie

Prof. Dr. Antonia Barke, Dipl. Psych.
Universität Duisburg-Essen

Antonia Barke ist Professorin für Klinisch-Psychologische Intervention am Institut für Psychologie der Universität Duisburg-Essen. Sie forscht seit vielen Jahren zu chronischen Schmerzen. Ihre Ausbildung absolvierte sie in Oxford, Göttingen und Marburg. Sie hat umfassend zu chronischen Schmerzen publiziert und war die wissenschaftliche Koordinatorin der Expertengruppe der International Association for the Study of Pain (IASP) für die systematische Neuklassifikation chronischer Schmerzen in der ICD-11.

19.06.2024 · 18:00 bis 19:30 Uhr · Online

Zielkonflikte – Wann und warum sich Gesundwerdung nicht lohnt.

Referentin / Referent: Dipl.-Psych. Dr. Jule Frettlöh

Moderation: Dipl.-Psych. Dr. Tobias Fehlinger

Abstract und Angaben zur Person

Abstract

Sobald die psycho-sozialen Rahmenbedingungen eines Patienten/einer Patientin so gestaltet sind, dass eine Besserung der Symptomatik gleichzeitig massive negative Konsequenzen nach sich ziehen könnte, gerät die betroffene Person in einen Zielkonflikt: Ein Patient/eine Patientin hat verständlicherweise wenig intrinsische Motivation eine Genesung mit entsprechender Eigeninitiative und Anstrengung voranzutreiben, wenn gleichzeitig Nachteile für die Lebensführung zu befürchten sind.

Berufliche und auch private Lebensumstände können so gestaltet sein, dass ein Patient/eine Patientin bei deutlicher Symptombesserung innerhalb des sozialen Umfeldes mit negativen Auswirkungen rechnen muss.

Ein persönliches Scheitern, z.B. als Erziehungsberechtigte*r oder Ehepartner*in wird nicht selten mit der eingetretenen Erkrankung begründet, ggf. sogar eine drohende Trennung durch schmerzbedingte Hilfsbedürftigkeit verhindert. Den Betroffenen selbst sind derartige Zielkonflikte oft nicht bewusst. Sie führen aber i.d.R. zu schlechtem Therapieoutcome (Spearing et al. 2012) oder münden in frustrane und langwierige Behandlungsverläufe (Frettlöh 2013, 2022).

Hier kommt den Psychotherapeut*innen die dringliche, aber auch schwierige Aufgabe zu (Steenstra 2017), mögliche Zielkonflikte aufzudecken. Dabei ist es wichtig, die persönlichen Ziele eines Patienten/einer Patientin tatsächlich zu explorieren und nicht aus dem Kontext oder der Akte zu erschließen. Die subjektive Wertigkeit von Zielen ist intraindividuell verschieden und muss für jede Person individuell eingestuft und bewertet werden, dabei können Fremdanamnesen durchaus sinnvolle Ergänzungen liefern.

In der therapeutischen Arbeit gilt es dann, alternative Möglichkeiten zur Zielerreichung zu erarbeiten und diese für den Patienten/die Patientin durch Zugewinn an neuen, z.B. sozialen Kompetenzen auch umsetzbar zu machen. Nicht immer erlauben es die vorliegenden psycho-sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einen konstruktiven Ausweg aus dem Zieldilemma zu finden.

Im Vortrag werden die Bedeutung des Themas in der multidisziplinären Behandlung von (Schmerz-)Patient*innen und Möglichkeiten des therapeutischen Umgangs mit Zielkonflikten aufgezeigt.

Porträt von Jule Frettlöh

Zur Person

Dipl.-Psych. Dr. Jule Frettlöh
BG-Universitätsklinikum Bergmannsheil, Neurologische Klinik und Poliklinik
sowie Psychotherapiezentrum am Bergmannsheil (PZB), Bochum

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